Bedürftigkeit - kein Unterhalt bei ausreichenden eigenen Mitteln  

Bedürftig ist derjenige, der nicht in der Lage ist, seinen Unterhalt aus eigenen Mitteln zu decken. Unterhalt bekommt also derjenige, der nicht genug Einkommen und nicht genug Vermögen hat, um sich selbst ernähren zu können.

Einkommen

Wer nichts oder zu wenig verdient, um davon leben zu können, der ist bedürftig. Er hat Anspruch auf Unterhalt. Sein Einkommen wird jedoch bei der Berechnung des Unterhalts berücksichtigt.  Mehr zum Einkommen.

Erwerbsverpflichtung

Grundsätzlich ist jeder verpflichtet, alles Zumutbare zu tun, um für seinen eigenen Lebensunterhalt selbst zu sorgen, sog. Erwerbsverpflichtung. Das gilt - aus nachvollziehbaren Gründen - aber nicht für minderjährige Kinder. Bei Ihnen wird davon ausgegangen, dass sie alters- oder ausbildungsbedingt nicht in der Lage sind, zu arbeiten.
Und die Erwerbsverpflichtung gilt nur mit Einschränkungen für frisch getrennte Ehegatten. Bis zum Ablauf des Trennungsjahrs müssen sie nicht mehr tun, als sie vvor der Trennung auch getan haben. Der Grund: Sollte man sich wieder versöhnen, sollen nicht frühzeitig Fakten geschaffen sein, die man dann mühselig rückgängig machen muss, wenn die Ehe wieder funktioniert.
Für alle Übrigen gilt: Grundsätzlich hat jeder eine Erwerbsverpflichtung und muss zunächst einmal eigenes Geld verdienen. Erst wenn das nicht möglich ist, kann er Unterhalt verlangen.

Vermögen

Vorhandenes Vermögen muss man bis auf einen "Notgroschen" verbrauchen, bevor man Anspruch auf Unterhalt hat. Etwas anderes gilt nur bei minderjährigen unverheirateten Kindern; sie dürfen ihr Vermögen behalten.
Auch frisch getrennte Ehegatten müssen ihr Erspartes nur im Notfall angreifen, weil - wie gesagt - für den Fall der Versöhnung nicht unliebsame Fakten geschaffen werden sollen.
Geschiedene Ehegatten dürfen ihr Vermögen nur in Ausnahmefällen behalten, nämlich dann, wenn seine Verwertung unwirtschaftlich wäre. Mehr zum Vermögen bei Unterhalt.


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