Arbeitspflicht trotz Betreuung eines Kindes aus vorheriger Beziehung  

Wer nach der Scheidung ein gemeinsames Kind erzieht, der muss irgendwann, wenn die anderweitige Betreuung dieses Kindes durch Kindergarten, Hort und/oder Schule gesichert ist, wieder arbeiten - zunächst stundenweise, später halbtags und schließlich ganztags. Betreut jemand nach der Scheidung mehrere Kinder, schiebt sich der Termin, zu dem er wieder ganztags jobben muss, nach hinten hinaus.
Das gilt jedoch nicht, wenn er nur ein Kinder aus der Ehe betreut und ein weiteres, das nicht aus der Ehe stammt, und zwar gilt das auch dann nicht, wenn er dieses Kind auch schon während der Ehe betreut hat, das mit Einverständnis des anderen Ehegatten geschah und das Kind praktisch "wie ein eheliches" behandelt wurde, so lange die Beziehung nicht auseinander ging.

Nur das eheliche Kind "zählt".

Der betreuende Ehegatte muss sich hinsichtlich seiner Arbeitsverpflichtung so behandeln lassen, wie wenn er nur ein Kind hätte und damit entsprechend früher wieder ganztags arbeiten gehen. Das hat das OLG Koblenz, Az. 11 UF 532/09 = NJW 2010, 1537 jetzt so entschieden.

Für das andere Kind muss dessen Vater haften.

Kann der betreuende Ehegatte wegen des zweiten Kindes nicht voll arbeiten, muss dafür der andere Ehegatte nicht gerade stehen. Der betreuende Ehegatte muss sich dann wegen des Geldes, dass ihm in der Kasse fehlt an den Vater des Kindes aus der vorigen Beziehung wenden.